Schweizerische Bundesbahnen SBB Personenverkehr, Operating

«Business Excellence unterstützt die Führungskräfte und die Organisation in ihrem täglichen Handeln und Wirken.»

Hans Jörg Schürch
Schweizerische Bundesbahnen SBB Personenverkehr, Operating (Logo)

Hans Jörg Schürch
Schweizerische Bundesbahnen SBB Personenverkehr, Operating

Warum hat sich Ihr Unternehmen für die Anwendung von BEx entschieden?

Nach verschiedenen ISO Offensiven (u.a. 9001, 14001) wollte sich der Geschäftsbereich Operating (OP) umfassend und nachhaltig weiter-entwickeln. Zu diesem Zweck informierten wir uns über mögliche Ansätze und Vorgehensweisen. Zuerst zogen wir noch den Weg über die ISO 9004 in Betracht. Wir entschlossen uns dann aber für den direkten Weg nach dem Excellence Modell, weil dieser ohne Umwege auch eine Bewerbung beim Swiss Excellence Award (ESPRIX) zulässt.

Meilensteine der BEx Entwicklung?

Die Idee, Business Excellence mit Hilfe eines umfassenden Modells (EFQM) bei OP einzuführen, wurde zunächst über ein Projekt realisiert. Um den Erfolg zu messen, wurde das Ziel gesetzt, im Jahr 2011 Finalist beim ESPRIX zu sein. Dieses Ziel haben wir erreicht. Daher entschied die Leitung OP, Business Excellence noch enger in das laufende Geschäft zu integrieren, und beschloss, das Projekt durch ein Programm mit personeller Verstärkung zu ersetzen. Ein vollständiges Assessment im Frühjahr 2012 bestätigte unsere weiteren Fortschritte.

Wo sehen Sie den grössten Nutzen für das Unternehmen?

OP ist ein SBB Full Serviceprovider mit einem breiten Dienstleistungs- und Produktportfolio in Zugvorbereitung, Zugführung, Rollmaterial-management, Fahrzeuginstandhaltung, -modernisierungen und –beschaffungen. Der Ansatz der Excellence hilft uns, Ursachen und Wirkungen in diesem äusserst komplexen Geschäft bezogen auf Strategie, Ziele und Zielerreichung umfassend zu erkennen und zu steuern. Diese Ausrichtung ist der Beitrag von OP an eine nachhaltige, wertvolle SBB.

Wie beurteilen Sie Aufwand/Nutzen?

Gegenfrage: Wie hoch schätzt man den Schaden, wenn Mitarbeitende aufgrund nicht erreichter Ziele an den falschen Ursachen und Vernetzungen „pröbeln“? Den Nutzen in Franken und Rappen auszuweisen, ist sehr schwierig. Der Aufwand für das „Pröbeln“ kann aber sehr schnell in eine Grössenordnung von hohen Frankenbeträgen gehen. Wenn es gelingt den Ansatz der Excellence nicht als etwas separates, sondern vielmehr als integraler Bestandteil zu sehen, ergibt sich ein günstiges Aufwand/Nutzen Verhältnis.

Stolpersteine bei der BEx Entwicklung?

Bei vielen Führungskräften wurde der Ansatz der Excellence zuerst als reine Imagekampagne gesehen. Erst mit der Zeit merkten sie, dass damit ihre Tätigkeiten unterstützt und vervollständigt werden. Den Stolperstein, welchen es zu überwinden gilt ist, diese Kultur an die Führungskräfte zu bringen. Sie bringen dann mit ihrem Verhalten die Kultur weiter an die Mitarbeitenden.

Erfolgsfaktoren für die BEx Entwicklung?

Der Ansatz der Excellence muss eine von der Leitung gewollte, umfassende und nachhaltige Weiterentwicklung sein. Zweiter Erfolgsfaktor ist die Integration in das Tagesgeschäft, um spürbaren Nutzen für die Organisation stiften zu können. Das Programm bei OP konnte z.B. wesentliche Beiträge für das Partnerschaftsmanagement, den Stakeholderansatz oder in der Entwicklung Score Card im Rahmen der Überarbeitung der Strategie leisten. Diese wurden von der Leitung positiv vermerkt und hat Türen zu bisher eher verschlossenen Themen geöffnet.