Organisation der Arbeitswelt Gesundheit und Soziales der Kantone SG, AR, AI und Fürstentum Liechtenstein

«Einmal auf dem Weg zu BEx, gilt es den Boden der Realität zu behalten und einen gewissen Pragmatismus in der Umsetzung zu entwickeln. Wünschbares ist nicht immer machbar. Das EFQM verleitet zu Perfektionismus, der eine Organisation rasch überfordern kann.»

Vreni Wüst-Gut
OdA GS (Logo)

Vreni Wüst-Gut
stv. Geschäftsführerin, Verantwortliche QM

Warum hat sich Ihr Unternehmen für die Anwendung von BEx entschieden?

Die Organisation der Arbeitswelt Gesundheit und Soziales wurde vor neun Jahren aufgrund der Änderungen im Bildungsgesetz und der damit zusammenhängenden neuen Bildungsverordnung gegründet. Gesetzliche Vorschriften verpflichten zu einem Qualitätsmanagement. Wir suchten für unsere rasch wachsende und stark differenzierte Organisation ein Quali-tätsmanagementsystem, das Prozessorientierung zulässt, Ergebnisse überprüft und uns dadurch in der Entwicklung unterstützt. Das EFQM Excellence Modell entspricht unseren Vorstellungen und so entschlossen wir uns, den Weg einzuschlagen.

Meilensteine der BEx Entwicklung?

Das Erreichen der ersten Zertifizierungsstufe (C2E) 2009 zeigte, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Nach einem Selfassessement wurden aufgrund der Resultate drei relevante A- und B-Projekte ausgewählt und entsprechend dem BEx umgesetzt. Das C2E wiederholten wir nach zwei Jahren und sind jetzt auf dem Weg zur zweiten Zertifizierungsstufe (R4E), also auf ein flächendeckendes Qualitätsmanagement ausgerichtet.

Wo sehen Sie den grössten Nutzen für Ihr Unternehmen?

Die OdA GS hat eine rasante Entwicklung mit vielen Veränderungen hinter und vor sich. Das EFQM Excellence Modell hilft, die verschiedenen Prozesse zu systematisieren und einzuordnen. Die Überprüfung der Befähiger-, mit Auswirkung auf die Ergebniskriterien, verlangt eine gewisse Disziplin. Das Kennzahlencockpit, wo Resultate regelmässig erfasst und verglichen werden, unterstützt den Vorstand in den Strategieentscheidungen wesentlich, was sich wiederum auf die operative Umsetzung positiv auswirkt. Die Mitarbeitenden sind durch das Modell stark in das Qualitätsmanagement eingebunden. Sie denken und handeln zunehmend in einem einheitlichen System.

Wie beurteilen Sie Aufwand/Nutzen?

Der Nutzen übersteigt den Aufwand eindeutig. Das EFQM Excellence Modell ist ein komplexes Gebilde, es braucht relativ viel Zeit, bis es einigermassen internalisiert ist. Das System verlangt alle Teile der Organisation einzube-ziehen, was sich schlussendlich positiv auswirkt.
Die konsequente Radarlogik auf allen Ebenen ist eine Herausforderung, hält aber das System durch laufende Verbesserungen garantiert auf dem neustem Stand.

Stolpersteine bei der BEx Entwicklung?

Der Schritt von der ersten zur zweiten Zertifizierungsstufe ist gross. In dem bei C2E nur einzelne, in sich abgeschlossene, Projekte überprüft werden, handelt es sich bei R4E um eine flächendeckende Überprüfung des Betriebes.
Die entsprechenden Schritte einzuleiten und zu dokumentieren ist ohne externe Beratung eines EFQM Spezialisten fast unmöglich. Neben dem beträchtlichen Aufwand an Zeit entstehen dadurch zusätzliche Kosten.

Erfolgsfaktoren für die BEx Entwicklung?

Das EFQM Excellence Modell ist in sich logisch aufgebaut und unterstützt die Organisationsentwicklung eines Betriebes durch eine systematische Qualitätsüberprüfung. Dabei wird der Dynamik und Weiterentwicklung innerhalb des Systems Rechnung getragen.
Die Mitarbeitenden sind alle ins BEx involviert, die Motivation ist entsprechend hoch. Ideen für Projekte sprudeln, eine tolle Ressource.